Back to the roots – Eine Übernachtung im Zulu Dorf

Jan 11, 2014 by     4 Comments    Posted under: Südafrika

Endlich raus aus dem Flieger! Nach fast 1-tägiger Anreise, Stunden des Wartens, zu vielen Filmen und zu wenig Schlaf, habe ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Es geht sofort weiter mit dem Auto. Alles ist grün, es ist warm. Frühling Ende November. Zum ersten Mal habe ich den Äquator überquert.

Zum Lunch geht es in die Sea Belle, ein Restaurant direkt am Strand. Die Sonne strahlt vom Himmel, alles erscheint wie in einem Traum. Das Meer rauscht wild und bevor es weiter geht, muss ich unbedingt die Füße ins Wasser stecken. Ich bin am anderen Ende der Welt.

Ich bin in Südafrika!

Strand in Durban - Südafrika

Wir fahren weiter an der Küste entlang, dann ins Hinterland und meine Erinnerung schwindet. Ich schlafe immer wieder auf dem Rücksitz ein. Die lange Anreise macht sich bemerkbar. Als wir halten, ist etwas anders. Der Lärm der letzten 24 Stunden ist verschwunden und ich kann meine Gedanken wieder hören.

Wir werden die Nacht im Ecabazini Zulu Cultural Village am Albert Falls Dam verbringen. Ich erhalte meine eigene Hütte im traditionellen Stil der Zulu. Back to the roots heißt es hier. Es gibt keine Fenster und keinen Strom. Der kleine Raum wird von 2 Petroleum Lampen erleuchtet, ist jedoch mit einem touristenfreundlichen Bett ausgestattet (für das ich noch sehr dankbar sein werde, wenn in dieser Nacht ein Tausenfüßler einen Spaziergang durch mein Zimmer macht).

Nach einem heißen Kaffee wird uns die Bedeutung der jeweiligen Gebäude erklärt. Hütte des Familienoberhauptes, Hütte der ersten Frau, zweiten Frau etc. Gekocht wird natürlich am offenen Feuer. In der Mitte des kleinen Anwesens befindet sich eine Einzäunung für die Rinder. Diese sind ein wichtiger Teil in der Zulu Kultur und notwendig für’s Überleben der Familie. Deshalb werden sie auch nicht außerhalb untergebracht. Sie sind aber über Nacht dann doch plötzlich verschwunden, weil sie in der Vergangenheit die Hütte einiger Besucher angeknabbert haben und diese damit gehörig erschreckt haben.

Zum Abendessen gibt es gegrilltes Rindfleisch mit Brot und Salz, später noch die verschiedensten Gemüsesorten. Im Anschluss wird uns mit Musik, Tanz und Gesang die Kultur der Zulu näher gebracht. Bei einem Glas Wein lassen wir den Abend am Feuer ausklingen. Es wird hier sehr schnell dunkel und das Leben richtet sich nach der Sonne. Das heißt, man geht früh ins Bett und steht bei Sonnenaufgang wieder auf.

Lagerfeuer im Ecabazini Zulu Village - Südafrika

Das Lagerfeuer ist schon entzündet, als wir eintreffen.

Meine Zulu Hütte für heute Nacht - Ecabazini Zulu Village - Südafrika

Meine gemütliche Zulu Hütte für heute Nacht. Bald wird es dunkel.

Ecabazini Zulu Village - Südafrika

Der Ausblick von meiner Schlafhütte.

Die Küche mit offenem Feuer - Ecabazini Zulu Village - Südafrika

Die Küche mit offenem Feuer. Hier wird unser Essen zubereitet.

Hier wird unser Essen zubereitet.

Traditionelle Zulu Tänze und Gesang - Ecabazini Zulu Village - Südafrika

Traditionelle Zulu Tänze und Gesänge.

Petroleum Lampe - Ecabazini Zulu Village - Südafrika

In Afrika wird es früh dunkel.

Eine Nacht in der Zulu Hütte

Ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten und bin ziemlich schnell verschwunden. Oh ja, gleich hinter den Hütten in einem separaten Häuschen gibt es echte Toiletten und Duschen. Echter Luxus hier mitten im Nirgendwo. Mit der dicken Spinne in meinem Badezimmer werde ich trotzdem nicht warm.
Die Tür zu meiner Hütte lasse ich über Nacht offen und zu meiner Überraschung gibt es kaum Krabbeltiere hier. Ich lausche noch ein wenig den Klängen der Natur. Grillenzirpen, Vogelgezwitscher, Geräusche der Nacht – eine Wohltat für die Seele. Erschöpft schlafe ich ein.

Noch bevor mein Wecker klingelt bin ich wieder wach und krieche bei Sonnenaufgang ins Freie. Das Wasser für den Kaffee brodelt schon auf dem Feuer und ich genieße den frischen Morgen. Auch, wenn ich froh bin, durch meine Handykarte, die ich am Vortag noch gekauft habe, nicht von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, finde ich doch für einen Moment, dass Elektrizität überbewertet wird und freue mich darüber, einfach mal „sein“ zu dürfen.

Mein Schlafplatz für heute Nacht.

Mein Schlafplatz für heute Nacht.

Wasserkessel auf dem Feuer für frischen Kaffee.

Wenn ich auch ohne Strom auskomme, ohne Kaffee geht nichts! ;)

Über die heiße Dusche bin ich dann aber doch ganz glücklich und die Spinne ist auch weitergezogen. Nach einem gemütlichem Frühstück und einem Spaziergang am Stausee geht es auf zum nächsten Abenteuer. Zip-Lining durch den Regenwald. Ich bin schon ganz aufgeregt!

Was war der ungewöhnlichste Ort, an dem Du je übernachtet hast?

Hinterlasse mir einen Kommentar! Ich bin schon gespannt!

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Mein Aufenthalt in Südafrika wurde von South African Tourism unterstützt.

4 Comments + Add Comment

  • Hallo Zigeunerin,
    es ist immer wieder schön, Reportagen über Südafrika zu lesen, eines der schönsten Länder der Welt.Nur so erfahren immer mehr Europäer, was für geile Landschaften es hier gibt. Ich gebe doch mal davon aus, daß Hluhluwe-Umfolozi. St. Lucia und das Amphietheater mit auf dem Programm stehen, oder? Und wenn Du grad in dieser Ecke bist – die Fahrt auf den Sani Pass nach Lesotho ist ein Must.

    Mein ungewöhnlichster Ort, wo ich übernachtet habe – unter Schlauchbooten in der Wüste.
    Bei der Kanutour auf dem Orange River an der Grenze zwischen Südafrika und Namibia hatten wir eine mehrtägige Kanuour absolviert. Hier führt der Fluß durch eine Halbwüste. Geplant war, unter dem freien Himmel zu schlafen. Als dann dochmal einige Regentropfen fielen, haben wir uns mit den Schlauchbooten ein Schutzdach gebaut.
    http://www.kapstadt-entdecken.de/kanutour-auf-dem-orange-river/434/
    Viele Grüsse aus Kapstadt
    Andre

  • […] Als Willy und ich am Samstag Vormittag mit unserem Flieger in Johannesburg landeten waren Mia, Björn, Anne und Kathrin auch schon vor Ort und wir wurden mit einem Shuttlebus gemeinsam zum Nationalpark gefahren. Nach der ca. drei stündigen Fahrt erreichten wir die “Black Rhino Game Lodge”, die für die nächsten 3 Tage unser Zuhause sein sollte. Wir wurden nach und nach auf unsere “Hütten” verteilt, verstauten unsere Sachen und trafen uns danach gleich zum Abendessen um erst einmal unsere Erfahrungen der vergangenen Tage auszutauschen. Was Willy und ich so erlebt haben könnt ihr hier [Teil 1, Teil 2] nachlesen, die Berichte von Anne und Mia aus Johannesburg gibt es hier [Uberding, Les Attitudes] zu sehen und wie es den anderen Beiden in Durban erging erfahrt ihr drüben bei Kathrin. […]

  • Bis auf die Spinne klingt die Übernachtung in der Zulu-Hütte sehr verlockend!
    Meine wohl ungewöhnlichsten Nächte habe ich wohl in der Turtle Hill Beachhütte in Indien verbracht. Stylishes Design, das nach einer Saison wieder komplett abgebaut wird. Und die Hühner liefen unter den Stelzen der Hütte schon immer vor mir ins Badezimmer ;-)

    http://www.follow-your-trolley.com/paradies-auf-zeit-turtle-hill-in-patnem-goa/

  • Klasse Beitrag und ziemlich inspirierend! Südafrika steht ziemlich weit oben auf meiner To-Do-Liste. Ohne Spinne und mit Strom wäre es doch auch nur halb so „echt“ gewesen ;)
    Meine ungewöhnlichste Nacht habe ich auf einer Bastmatte unter dem Sternenhimmel in der Wüste Libyens verbracht. Leider ziemlich kalt und verdammt windig!
    Grüße :)

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